Baubesprechung TLF 3000

Vorbemerkung
Ein wichtiger Meilenstein unserer Feuerwehr ist in den Jahren 2010/2011 die Neubeschaffung unseres mittlerweile 31 Jahre im Dienst stehenden TLF 8(W). Dieses Fahrzeug Baujahr 1980 auf einem Unimog-Fahrgestell ist aufgrund technischer Mängel durch ein TLF 3000 (Bezeichnung ursprünglich TLF 20/30) zu ersetzen.

Die Haushaltsmittel stehen seit 2010 zur Verfügung und nach Vorführungen der Hersteller Schlingmann/MAN, Rosenbauer/MAN, ADIK/MAN und Ziegler/Mercedes wurde eine Ausschreibung durch die Stadtverwaltung durchgeführt. Hier wurden auch die Erkenntnisse aus den Gesprächen mit diversen Herstellern auf der Interschutz 2010 berücksichtigt.

Das wirtschaftlichste Angebot wurde durch die Firma Rosenbauer mit einem MAN-Fahrgestell eingereicht. Dieses Angebot erhielt auch den Zuschlag und nach einem Auftragsklärungsgespräch wurde der Auftrag im August 2010 zum Bau des TLF 3000 erteilt.

Baubesprechung
Nachdem wir nun lange Zeit gewartet haben, erhielten wir Anfang Februar die Nachricht, dass unser Fahrgestell nun bei MAN das Werk verlassen hat und auf dem Weg zum Aufbauer, der Firma Rosenbauer aus Luckenwalde ist. Dies nahmen wir zum Anlass einen Termin mit der Firma Rosenbauer für den 18. Februar in Luckenwalde zu vereinbaren um den weiteren Aufbau und die Fertigstellung zu besprechen.

Das Firmengelände in Luckenwalde.

 

Zur Vorbereitung erhielten wir einige Tage vorher bereits Aufbauzeichnungen, die unsere Beladung enthielt und die jeweilige Unterbringung im Geräteraum darstellte.

Am 18. Februar 2011 um 07.00 Uhr machten sich der Leiter des Ordnungsamtes, der Stadtbrandmeister, der Ortsbrandmeister und der Gerätewart auf den Weg nach Luckenwalde. Bei der Hinfahrt herrschte eine gewisse Anspannung, da sich bei den Vorgesprächen abzeichnete, dass die in der Ausschreibung vorgegeben Bauhöhe von maximal 3.200 mm problematisch werden könnte.

Pünktlich um 10.30 Uhr erreichten wir die Firma Rosenbauer in Luckenwalde. Dort wurden wir von unserem Ansprechpartner Herrn Appeldorn empfangen und uns wurde mit Frau Hagen die Projektleiterin für unseren Aufbau vorgestellt. Bei einem Rundgang durch die Produktion konnten wir uns einen Eindruck vom Ablauf machen. Hierbei wurden bereits erste Punkte und Alternativlösungen an Beispielfahrzeugen aufgezeigt.

Ein Beispielfahrzeug als TLF

 

Dann war es soweit, erstmals konnten wir unser Fahrgestell im Original sehen. Zwar waren sämtliche Stoßstangen etc. abgebaut, da diese gerade zur Lackierung waren, allerdings war der Eindruck auch ohne diesen Zierrat wie erwartet.

 


Unser Fahrgestell MAN TGM 13.250 4×4 BL einzelradbereift mit MPT Profil

 

Nun kam der spannende Moment, die Messung der Höhe des Fahrzeuges und die Festlegung der sich daraus ergebenden Folgen. Da das Fahrzeug etwas schief stand und die ersten Messungen ungenaue Ergebnisse (Dank eines Handwerkerbandmaßes) erbrachten, wurde das Fahrgestell in eine Halle gefahren um nochmals genau zu messen.

Dort zeigte die Fahrerkabine ein Höhenmaß von maximal 3.160mm, an der Stelle für die vorderen Kennleuchten wurde ein Höhenmaß von 3.120 mm festgestellt. Da es sich hierbei um Maße des unbeladenen Fahrzeuges handelt, müssen noch ein paar Zentimeter abgezogen werden. Um das vergebene Höhenmaß einzuhalten, schlug unsere Projektleiterin vor, Kennleuchten der Firma Hella in LED Ausführung K-LED FO F mit einer Höhe von 88mm zu verbauen. Ob dies die sinnvollste Lösung ist, oder doch die Kennleuchten Nova-S von Hänsch verbaut werden, diskutieren wir derzeit noch.


Beispielbild der Firma Hella

Höhe 88mm, Durchm. 150mm

Beispielbild der Firma Hänsch

Höhe 136mm, Durchm. 246mm

 

Diese Lösung unter Verzicht auf einen Astabweiser wird beim fertigen Einsatzfahrzeug zu einer akzeptablen Höhe führen. Somit konnte auch dieses Problem gelöst werden.

Im Anschluss wurde dann gemeinsam die komplette Ausschreibung noch einmal durchgearbeitet und zu jedem Punkt Besonderheiten oder Hinweise besprochen. Auch wurden anhand der Aufbauzeichnung Veränderungen festgelegt, Möglichkeiten erörtert und dann entschieden in welcher Form an welcher Stelle was verbaut wird.

Insbesondere eine andere Lösung für die Saugschläuche, die nun im G 1 liegend eingeschoben werden, statt der hängenden Lösung ist hervorzuheben. Auch die Atemschutzgerätehalterung wurde so gewählt, dass auch kleine Einsatzkräfte problemlos die Geräte schultern können.

Die geänderten Aufbauzeichnungen werden erstellt und dann der Feuerwehr wieder zur Kontrolle und Freigabe zur Verfügung gestellt.

Der Innenraum noch im Rohbau

Das Fahrgestell

Abschließend wurde noch einmal ein Fahrzeug besichtigt, das ebenfalls einen Wasserwerfer vom Typ AWG erhält. Hier wurde die Notwendigkeit einer höheren Verbauung festgestellt, da sonst keine problemlose Bedienung sichergestellt werden kann.

Nun galt es noch den Terminplan abzustimmen:
Als Aufbaubeginn wurde der 22. März festgelegt. Bis zur 11. KW müssen diverse Geräte an die Firma Rosenbauer zum passgerechten Verbauen in das Fahrzeug geliefert werden. Das Fahrzeug wird dann Anfang Mai fertig sein und durch die Firma Rosenbauer dem Abnahmeberechtigten an der LFS Celle vorgestellt. Dann schließt sich eine zweitätige Übergabe mit Schulung der Fahrzeugtechnik an. Dieser Zeitplan wird seitens Rosenbauer mit allen Beteiligten noch einmal abgestimmt und dann bestätigt.

Somit dürfte auch sichergestellt sein, dass unser neues TLF 3000 rechtzeitig vor dem TÜV-Termin des alten Fahrzeuges im Juni 2011 dieses ersetzen kann.

Die Rückfahrt wird angetreten.

Insgesamt waren die Beteiligten mit dem Termin und den gefundenen Lösungen doch sehr zufrieden und konnten gegen 15.00 Uhr die dreistündige Rückfahrt antreten.

 

Mörke, OrtsBM