Chronologie der Beschaffung des LF 10/6

Vorbereitung

Bereits im Jahr 2004 zeigten sich am alten LF 8 schwere Rostschäden. Eine TÜV-Abnahme war nur nach langem Werkstattaufenthalt und Ersatz von tragenden Teilen des Hilfsrahmens, auf dem der Geräteaufbau befestigt ist, möglich.

Aufgrund erneuter weiterer Schäden, unter anderem ölte der Motor sehr stark, wurde durch die Ortsfeuerwehr Bodenburg im Mai 2006 ein Antrag zur Beschaffung eines neuen Löschgruppenfahrzeuges beim Bürgermeister der Stadt Bad Salzdetfurth eingereicht. Aufgrund des allseits bekannten schlechten Zustandes des Fahrzeuges wurden im Haushalt 2007 dann auch sehr zur Freude der Kameradinnen und Kameraden ohne langwierige Verhandlungen die notwendigen Finanzmittel bereitgestellt.

Bereits im Herbst 2006 installierte die Ortsfeuerwehr Bodenburg einen „Technischen Ausschuss“ der die Anforderungen an das Fahrzeug definierte. Diverse Fahrzeuge bei anderen Feuerwehren wurden besichtigt und Fahrzeugvorführungen u.a. in Celle besucht. Relativ schnell stellte sich heraus, das der ursprüngliche Plan ein Fahrzeug mit weniger als 7,5 to. Zul. GG bei der gewünschten Beladung nicht realisierbar sein würde. Also wurde umgeplant und der Beladeplan für ein LF 10/6 auf einem Straßenfahrgestell erstellt. Nach Abstimmung mit dem Stadtbrandmeister wurde den Wünschen der Ortsfeuerwehr in vollem Umfang Rechnung getragen und der Beladeplan einvernehmlich abgesegnet.

 

Vorführfahrzeug der Firma Ziegler im April 2007

 

Ausschreibungsphase

Nunmehr schlossen sich im März und April 2007 Vorführungen der Hersteller Schlingmann/Mercedes Atego, Iveco Magirus/Iveco, Rosenbauer/MAN und Ziegler/Mercedes Atego an. Bei diesen Vorführungen wurden zusätzliche Erkenntnisse gesammelt und bei den beteiligten Kameraden stand sowohl das Fahrgestell und der gewünschte Aufbau einvernehmlich fest.

Nunmehr standen Gespräche mit den Vertretern der Hersteller an, um auszuloten welche Fahrzeugausstattung wir mit dem im Haushalt zur Verfügung stehenden Mitteln realisieren können. Schnell stellte sich heraus, dass für weitergehende Sonderausstattungen kein finanzieller Spielraum mehr vorhanden sein würde. So beschränkten wir die Ausschreibung auf die ursprünglich im „Technischen Ausschuss“ definierten Ausstattungen.

Dank der schnellen Arbeit der Stadtverwaltung konnte die Ausschreibung im Frühsommer 2007 den Herstellern zur Verfügung gestellt werden. Anschließend gingen in der Stadtverwaltung 3 Angebote ein. Als diese geöffnet und verglichen wurden, stellte sich heraus, dass das MAN-Fahrgestell mit einem Ziegler Aufbau das günstigste Gebot war.

 

Dies war sehr zum Gefallen der Feuerwehr Bodenburg, genau dieses Fahrzeugkonzept überzeugte aufgrund des Platzangebotes im Aufbau und des Fahrverhaltens bei den Vorführungen am meisten.

Insofern konnte nach Freigabe durch die politischen Gremien im Sommer 2007 der Auftrag an die Firma Ziegler vergeben werden, die als „Generalauftragnehmer“ sowohl für das Fahrgestell von MAN als auch für den Aufbau unser Ansprechpartner war.

 

Bauphase

Nunmehr begann eine lange Wartezeit, die erst im Dezember 2007 mit der Lieferung des Fahrgestells MAN TGL 8.180 an die Firma Ziegler unterbrochen wurde. So konnten bereits auf der Jahreshauptversammlung Anfang Januar 2008 die ersten Bilder des Fahrgestells gezeigt werden. Im Februar 2008 schloss sich dann die Feinarbeit an der Aufbauplanung an. Dank kompetenter Beratung durch die Konstrukteure konnten fast alle Wünsche an einen einsatztaktischen sinnvollen Aufbau und Lagerung der Gerätschaften realisiert werden.

Als Liefertermin wurde nunmehr der Juli 2008 angekündigt.

 

Ausgeliefertes Fahrgestell im Dezember 2007

 

Nach mehreren Terminverschiebungen konnten wir am 20. Juli 2008 nach Rendsburg aufbrechen, um den Ausbaufortschritt abzunehmen. Leider war der Bauszustand nicht so, wie abgesprochen. Dies wurde mit Erkrankungen von Mitarbeitern begründet. Nach einigen kritischen Gesprächen wurde uns dann die Auslieferung für den 20. August 2008 zugesagt.

Somit ging es dann voller Erwartung am 20. August mit einer Abordnung nach Rendsburg zu Ziegler um das Fahrzeug abzuholen. Nach intensiver Abnahme und Behebung einiger kleinerer Mängel ging es dann wieder auf den Rückweg.

 

Baustand bei Ziegler in Rendsburg am 20. Juli 2008

 

 

Abholung in Rendsburg am 20.08.2008 Werkstattaufenthalt Laatzen am 20.08.2008

 

 

Überführung

Ein Großteil der Feuerwehr wartete mit einer kleinen Spontanparty am Feuerwehrhaus auf das lang ersehnte gute Stück. Umso erstaunter waren sie, als wir gegen 19.30 Uhr darum baten uns aus Laatzen abzuholen. Was war passiert ? Auf der Überführungsfahrt erlitt das Fahrzeug einen Kupplungsschaden und wir schafften es gerade noch in die MAN-Werkstatt in Laatzen. So mussten die Bodenburger noch einmal 24 Stunden warten, bis wir das Fahrzeug den Rest der Strecke überführen konnten und in das heimatliche Feuerwehrhaus fuhren. Dank großer Beteiligung wurden am selben Abend die Gerätschaften, die bereits bereit lagen auf das Fahrzeug verlastet und um 22.00 Uhr am 20. August 2008 wurde das Fahrzeug bei der FEL Hildesheim einsatzbereit gemeldet.

Die offizielle Übergabe des Fahrzeuges durch den Bürgermeister der Stadt und den Stadtbrandmeister an die Ortsfeuerwehr erfolgte dann am 05.09.2008 im Rahmen einer entsprechenden Festveranstaltung.

 

Empfang am FW-Haus 21.08.2008 Abholung an der A7 mit allen Fahrzeugen

 

Offizielle Übergabe am 05.09.2008 StadtBM, OrtsBM und EhrenStadtBM

 

 

 

OrtsBM bei seiner Rede Bürgermeister Schaper

 

 

Fahrzeugdaten

Mit diesem Fahrzeug sind nun alle notwendigen Geräte für den Ersteinsatz auf einem Fahrzeug zusammengefasst und die Ausrückeordnung konnte entsprechend modifiziert werden.

 

Fahrgestell

– MAN TGL 8.180

– 180 PS

– 6-Gang Schaltgetriebe

– zul. GG 8.800 kg

 

Neben der Normbeladung für ein LF 10/6 hat dieses Fahrzeug folgende Sonderbeladung:

– Pneumatischen Lichtmast mit 2x1000W

– Stromaggregat 5Kva mit Beleuchtungssatz 2x1000W

– Hilfeleistungssatz mit Lukas LSP 40 und LS 301

– Rüstholzer und Unterbaublöcke

– Schaumpistole für Schnellangriff

– 50m formfester Schnellangriff mit elektrischer Aufwicklung

– Motorkettensäge mit Zubehör

– Säbelsäge

– Elektrischer Trennschleifer

– 1 Aluwerkzeugkasten „Handwerkzeug“

– 1 Aluwerkzeugkasten „Verkehrsunfall“

– 1 Alukasten mit Verbrauchsmaterialien

– Gerätschaften und Ölbindemittel für Ölspuren

– Tragkraftspritze TS 8/8

– Zusätzlichen Schnellangriffsverteiler und Druckbegrenzungsventil

 

Als besondere Ausstattung des Fahrzeuges sind zu nennen:

– Differentialsperre an der Hinterachse

– Umfeldbeleuchtung

– Grüne Beleuchtung im Mannschaftsraum

– Martin-Hornanlage und Frontblitzer

– Blaulichtanlage in Blitzausführung

– Dachkasten

– Drehbare Gerätewand im Aufbau

– 2 Pressluftatmer im Mannschaftsraum

 

 

Fazit

Alles in allem ist dies Fahrzeug mit seiner Ausstattung und dem Aufbau genau nach unseren Vorstellungen und für unser Einsatzspektrum ein optimales Fahrzeug. Wenngleich uns natürlich auch die Finanzmittel einen natürlichen Rahmen gesteckt haben. So dass ein größeres Fahrgestell bzw. ein größeres Tankvolumen nicht möglich war.

Bisher sind wir mit dem Fahrzeug sehr zufrieden.

Drei Generationen Löschgruppen-fahrzeug in Bodenburg:

 

Links – Opel Blitz LF 8 Bachert

(1959-1984)

Mitte – MAN LF 10/6 Ziegler

(ab 2008)

Rechts – Mercedes LF 8
Schlingmann (1984-2008)